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Wer sich für den Kauf eines Lederkleidungsstückes interessiert,
sollte deshalb folgende Dinge wissen:
Typische Kennzeichen
Leder ist durch Gerbung haltbar gemachte Tierhaut. Jede Haut ist ein
gewachsenes Naturprodukt und einmalig in ihrem Aufbau, Optik, Griff und
Verhalten in der Gerberei. Unsere Lederarten stammen von Wildtieren
(die frei und wild lebend in der Natur zu finden sind, z.B. Hirsche,
Gämse, Ziegen, Elche, Büffel) sowie von Zahmtieren wie
Rindern und Kälbern. Durch das Leben in der Natur sieht man auf
den Hautaußenseiten deutliche Spuren von Verletzungen,
Insektenstichen, Hornstößen, Dornen- und Astschäden,
Stacheldrahtschäden sowie Farbschwankungen. Das ist Natur!
Es wird häufig vergessen, dass kein aus der Gerberei kommendes
Leder neu ist. Es wurde bereits über einen längeren Zeitraum
getragen. Die hinterlassenen Spuren, die oben genannt sind, prägen
die Haut und beweisen ein reges Leben. Solches Leder besitzt ein
faszinierendes Eigenleben, Stil und Exklusivität. Kunstleder
besitzt kein Eigenleben, denn jeder Meter von der Rolle gleicht dem
anderen.
Trageeigenschaften von Leder
Leder ist atmungsaktiv, d.h. ein Luftaustausch findet vom Körper
des Trägers durch das Leder statt, umgekehrt ist es aber nicht
winddurchlässig! Bei richtiger Imprägnierung durchdringt
Wasser Leder nicht. Dennoch ist Leder kein typisches
Regenschutzmaterial. Leder ist elastisch und passt sich an, macht die
Körperbewegungen mit und engt nicht ein. Je nach Gerbung und
Einsatzbereich wird Leder weich und anschmiegsam. Es findet eine
optimale Temperaturregulierung statt, es gibt keinen Hitzestau, man
fühlt sich wohl.
Die vielen idealen Trageeigenschaften unterstreichen Lederbekleidung
als ein Ganzjahresprodukt, dessen Investition sich lohnt. Alles in
allem ist Leder eine ideale Motorrad-, Jagd- und Freizeitbekleidung
für jede Jahreszeit.
Gerbungsarten
Die Pflanzengerbung (durch Vegetabil- und Lohgerbung)
Rinden, Hölzer, Früchte, Blätter und Wurzeln besonders
gerbstoffhaltiger Pflanzen bilden die Grundlage dieser Gerbung. Der
Griff des Leders ist fester und spezifisch schwerer als chromgegerbtes
Leder. Die Haltbarkeit besticht durch den hohen Abtriebswert.
Die Chromgerbung
Chromgegerbte Leder sind widerstandsfähig und waschbar. Sie sind
doppelt so reißfest wie pflanzlich gegerbtes Leder, das
spezifische Gewicht ist sehr niedrig.
Die Sämischgerbung
Eine der ältesten Naturgerbverfahren ist die Sämischgerbung, welche ein sehr hautsympathisches Leder ergibt.
Der Anteil der Sämischleder in Deutschland liegt unter 10%, weil
ein sehr hoher manueller Arbeitsaufwand (fast keine Technisierung
möglich) gegeben ist. Lederkenner schätzen das Endprodukt des
sämisch gegerbten Leders.Das Gerbmittel ist der Dorschtran,
welcher mit seinem hohen Gerbsäuregehalt ein sehr gutes
Sämischleder liefert. Das naturfarbene gelbe Sämischleder hat
besonders gute Trageeigenschaften. Es ist weich, hautsympathisch,
hygienisch und gesund. Lederbekleidung in Sämischgerbung sind
kostbare Raritäten, die ihren Preis nicht zuletzt wegen der
jahrzehntelangen Lebensdauer und der sehr langen Gerbzeit
rechtfertigen. Man denke an Ötzi, dessen Pfeilköcher aus
Sämischleder bis heute erhalten geblieben ist.
Lederarten
Rindsleder (Süddeutschland)
Rindsleder hat je nach Alter der Tiere eine feine, leicht gekörnte
oder kräftig strukturiert Narbenseite. Im Vergleich zu anderen
Ledern hat es ein höheres Gewicht und ist fester und kompakter. Es
ist strapazierfähig, formtreu und langlebig.
Ziegenleder (Österreich, Bayern)
Markant strukturiertes Leder mit auffallender grober Narbenstruktur.
Unsere Ziegenleder stammen aus dem österreichisch-bayrischen Raum
und werden von einem alt eingesessenen Sämischgerber hergestellt.
Elchleder(Skandinavien und Kanada)
Im Vergleich zu anderen Wildhäuten ist Elchleder dicker, rauher,
schwerer, aber auch strapazierfähiger. Es ist markant
strukturiertes Leder und mit der durch die Natur bedingten Spuren von
sportlicher Note. Lederliebhaber kaufen und schätzen diese knappe,
hochwertige Ware.
Hirschleder (Bayern, Österreich, Kanada, Neuseeland)
Im Gegensatz zu Elchleder ist Hirschleder leichter und wesentlich
feiner. Es ist knapp und somit entsprechend teuer. Unsere Hirschen
werden fast ausschließlich sämisch gegerbt.
Gams (Österreich)
Gewisse Unregelmäßigkeiten im Leder sind die
charakteristische Eigenart. Gamsleder gibt es wie Hirschleder bei uns
nur in Sämischgerbung.
Büffel (Süd-Ost Asien und Italien)
Büffelleder ist markant strukturiertes Leder mit vielen Linien,
die deutlich sichtbar über der Haut verlaufen. Hautschäden,
Farbschwankungen und unregelmäßiger Ausfall gelten als
echtes Gütezeichen dieser Wildhaut.
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